Von:
Melitta Müller-Hansen

e-perlen-des-glaubens.de

Drei Geheimnis-Perlen (perlmuttfarben, klein)

Martin Lönnebo hat dem Band des Glaubens drei kleine weiße durchsichtige Perlen hinzugefügt, die er Geheimnisperlen nennt. Geheimnisse hat jeder Mensch. Aber was haben Geheimnisse mit dem Glauben zu tun? Wie die Perle verborgen in der harten Schale der Muschel so sind unsere Träume, Ängste, Leidenschaften in der Tiefe keinem anderen Menschen zugänglich, und manchmal auch uns selbst nicht; wir sind uns selbst ein Geheimnis. Im Glauben sagen wir: das weiß Gott allein über uns und das ist gut so – niemand darf über mich verfügen, mich besitzen, nicht mal ich selbst. An diese Geheimnisse rühren die drei kleinen Perlen: an das Verborgene in mir, an das, was ich vor anderen verbergen möchte, um mich zu schützen und an Geheimnisse, die mir andere anvertraut haben, über die ich nicht sprechen darf, die ich nur Gott anvertrauen kann. Und sie erinnern uns daran, was Glauben heißt: das Geheimnis Gottes zu achten, das wir nie ganz durchdringen in unserem Leben.

Perle der Nacht (schwarz)

Jetzt kommen zwei Perlen, die wie Tag und Nacht zusammengehören. Die schwarze Perle der Nacht und die weiße Perle der Auferstehung, getrennt oder verbunden durch eine kleine Stille-Perle. Die Perle der Nacht macht uns den Tod bewusst. Den eigenen, den der anderen. Wir wissen, je älter wir werden, dass unser Leben an einem seidenen Faden hängt und dass wir es nur hüten, pflegen können wie ein Geschenk und um keine Haaresbreite verlängern können. Das kann uns wach machen! Es kann uns helfen, das Leben noch mehr zu lieben: jeder neuen Morgen, jeder Atemzug ist kostbar. Worte, Begegnungen und Berührungen mit denen, die wir lieben, werden unerwartet einzigartig. Das ist das eigenartige am Tod, wenn wir ihn hineinlassen in unser Leben, wenn wir ihn nicht zudecken mit Geschäftigkeit und ihn nicht verbannen mit Ängsten.

„Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“ beten wir im Psalm um die Lebensklugheit, die wir durch nichts anderes bekommen können. An diesem Perlenband des Glaubens ist der Tod eine Station unter vielen und nicht die letzte. Und er ist eine Station, die wie alle anderen mit Gott verbunden ist. In der Liebe, in der Wüste, in der Taufe, im Tod – immer gehören wir zu dem Gott, der in Jesus Christus selbst durch alle Stationen durchgegangen ist. Und dabei gerade auch die dunkelste nicht ausgespart hat. Auch dort ist er für uns zu finden, auch dort wird er uns beim Namen rufen.

Perle der Auferstehung (weiß)

Und dafür steht die letzte, die weiße Perle der Auferstehung: für einen neuen Anfang, den Gott immer wieder mit uns macht, auch im Tod. Für die Kraft, die unsere Traurigkeiten auflösen, uns trösten und froh machen kann. Für den Widerstand gegen alles Zerstörerische auf dieser Welt, auch wenn der in uns manchmal nur als kleines Flämmchen brennt. Auferstehung – wo sich nichts beweisen aber alles glauben lässt. Für mich ist diese Perle das größte Geheimnis, die kühnste Hoffnung, das Ziel meiner Sehnsucht.

Anmerkung der Redaktion: die Perlen des Glaubens werden hier im zweimonatlichen Rhythmus beschrieben. Als nächstes folgt eine Einführung zu den Perlen des Glaubens in Kalenderwoche 51.